Lyambiko und das Recht der Stimme

Weshalb wir hier Konzerte machen

Lyambiko und Band by Uwe Arens (c)

“Die Frau hat das Recht, das Schafott zu besteigen.”

1791 veröffentlichte Olympe de Gouges die Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin, 221 Jahre ist das her:

“Gleichermaßen muss ihr das Recht zugestanden werden, eine Rednertribüne zu besteigen.”

Daraufhin wurde der Kopf, der dies gedacht und ausgesprochen hatte, unters Fallbeil gelegt, Olympe de Gouges wurde guillotiniert. Was eine durchaus vornehme Art der Auseinandersetzung gewesen ist damals: Die erste Guillotine, die gebaut worden war, hatte ein Klavierbauer gefertigt …

… ein deutscher zumal, der es mit seinem Patent zu Wohlstand brachte. Auch hier, im Moment der Aufklärung, war Kultur die schöne Seite der Barbarei. Und auch hier gilt so wie heute, dass es keine Seitenwahl gibt, es gibt keine Alternative für sie, die Kultur.

Sie steht – gerade wenn sie unters Fallbeil gezwungen wird – für das Recht der Stimme, jeder einzelnen. Und dann geht es irgendwann nicht mehr nur um das Recht, das jede Stimme hat, sondern um die Stimme selber, die einzelne. Aufklärung heute ist ein ästhetisches Programm, eines, das Unterschiede trifft, während Gleichstellung verwaltet werden kann.

Wegen mir kann man dieses Unterscheiden gerne “Kampf der Kulturen” nennen. Der hat ja nichts zu tun mit Ost gegen West, mit Orient gegen Okzident oder Frau gegen Mann, sondern damit, dass die einen, wenn Lyambiko “Summertime” singt, wehrlos werden und die anderen nicht.

Dieses Wehrloswerden ist der ganze Sinn des Rechts, die Stimme zu erheben, deshalb machen wir hier Konzerte.

>> Lyambiko & Band | 8. März | Internationaler Frauentag | 20 Uhr