Ein 1/2 Jahrhundert und ein Mysterium

Henz Sauer und Michael Wollny

Heinz Sauer, Michael Wollny by Anna Meuer (c)

Neues Jahr, neues Spiel, großes Glück: Wollny & Sauer gelten als “Traumpaar des deutschen Jazz”. Zwischen die beiden passt nichts anderes als was zwischen ihnen liegt, ein halbes Jahrhundert und ein Mysterium: “Traumwandlerisch” sei es, mit Wollny zusammen zu spielen, sagt Sauer –  Weihnachten wird er 80: herzlichen Glückwunsch!  –  er und Wollny hätten “ähnliche ästhetische Vorstellungen, sicher. Ansonsten mysteriös.”

Viele haben versucht, diesem Mysterium auf die Spur zu kommen und darüber aufzuklären, warum Saxophon und Klavier so viel mehr sein können als Saxophon und Klavier. Es gibt das aber nur zu hören, nicht zu erklären  –  Don’t Explain heißt ihr neuestes Werk  –  erklären wir also nichts, stattdessen ein paar Rätselratereien anderer:

“Hier wird nichts repetiert oder verklärt, nichts fesch aufpoliert und ausformuliert. Mit dem, was als Jazz vermarktet wird, hat die Musik der beiden nicht viel gemein. Ein paar Noten, ein Thema, und Sauer und Wollny agieren in freier Interaktion.” [FR].

“Selten haben zwei Jazzer es ihren Zuhörern so leicht gemacht, Attribute wie großartig oder spektakulär so ungehemmt zu verwenden, wie Heinz Sauer und Michael Wollny.” [WAZ]

“Man kann sie alle aufzählen, die Heroen auf dem Saxophon, dem Jazzinstrument schlechthin. Aber was die Fähigkeit angeht, den Ton immer wieder neu zu formen, die Phrasierung zu variieren, jedes einzelne Motiv klanglich unterschiedlich zu gestalten, übertrifft sie Heinz Sauer alle. Sein Hirn muss einer gigantischen musikalischen Farbpalette entsprechen, auf der immer wieder neue Klänge angerührt werden.” [FAZ]

“Dieses Duo ist in jeder Hinsicht ein Glücksfall. Und davon, dass Heinz Sauer von Konzert zu Konzert den umwerfenden Eindruck lockerer Coolness zu toppen versteht, kann man einfach nur schwärmen.” [STUTTGARTER ZEITUNG]

“Stärkste (Jazz)Musikerpersönlichkeit, die Deutschland seit Albert Mangelsdorff hervorgebracht hat“ (HAMBURGER ABENDBLATT über Wollny).

“Wollny bringt alles mit, was man von einem per­fek­ten Jazz­pia­nis­ten ver­lan­gen kann: Vir­tuose Tech­nik und über­schäu­mende Fan­ta­sie, Dis­zi­plin und die Fähig­keit zum krea­ti­ven Chaos, Sinn­lich­keit und ästhe­ti­sches Gespür.“ [FAZ]

“Das wohl beste Jazzalbum der letzten 25 Jahre”. [Großbritanniens Kritiker-Papst Stuart Nicholson über “[em] Live at JazzBaltica“ von Wollny/Kruse/Schaefer.

“Dass er einer der klangmächtigsten Improvisatoren sein kann, ein Instrumentalist, dem keine Technik, kein Stil und kein Ausdruck fremd erscheinen, fühlt man schon beim ersten Motiv, das den Schalltrichter seines Horns verlässt.“ [FAZ]

“Er spielte mit Archie Shepp, Jack deJohnette, Bennie Wallace, Tomasz Stanko und Albert Mangelsdorff. Der Tenorsaxofonist Heinz Sauer ist einer der ganz großen deutschen Jazzmusiker. Sein einzigartiger Ton ist rau und zärtlich, voll gelebter Erfahrung. Sauers vorangegangenes Album bei ACT „Certain Beauty“ war eine späte Krönung seiner Karriere: In Frankreich wurde es 2006 zum Album des Jahres gekürt.“ [NDR]

“Heinz Sauer und Michael Wollny hatten mit ihrer komplett im Moment erfundenen Musik die Katharinenkirche in einen Andachtsraum der Improvisation verwandelt. Wie Sauer mit immer weniger Tönen auf dem Tenorsaxofon immer noch näher an die Essenz von Klang und Tiefe kommt, ohne je vergessen zu lassen, dass er ein Jazzmusiker ist: Das ist schon sehr bewegend.“  [HAMBURGER ABENDBLATT]

“Wie er dann einzelne Töne hinzu gibt und sich allmählich vom Rand aus ins Zentrum bewegt, wie er binnen weniger Takte ganz präzise die Stimmung charakterisiert, mit seinem überreichen Ton, der alles auf einmal ist, heiser, brüchig, vernarbt, zerkratzt und wunderschön.“ [FR]

“Faszinierend, wie Sauer immer wieder neue Klangfarben findet.“ [DER SPIEGEL]

“Jazz mit Glücksmomenten!“ [AUDIO]

“Erfüllt von einer Herzenswärme, dass einem die Tränen kommen können.“ [BR]

“Heinz Sauers Spiel ist von unvergleichlicher Dichte, Weisheit, Vitalität, Schönheit, Unberechenbarkeit. Der Ton überspannt alle Expressionen zwischen fahler Jenseitigkeit und freudvollem Diesseits. In den Farbtönen der Überblasregister entdeckt man einen wundervolle, kleinen Anteil des Zufalls, eine Art verschwiegenes Actionpainting.“ [FAZ]

“Eine Feier intelligentester motivischer Interaktion.“ [FAZ]

“Heinz Sauers Spiel ist von unvergleichlicher Dichte, Weisheit, Vitalität, Schönheit und Unberechenbarkeit. Ein Gigant.” (FAZ)

“Eine aufregende Hörerfahrung. Ein großartiges Dokument der Duo-Kunst und ein ebensolches Zeugnis von Heinz Sauer als einem absoluten Saxofon-Titan.“ [Rondo]

“Schlicht eine Meisterleistung!“ [Stereoplay]

“Umwerfend, von allerhöchster Raffinesse.“ [STUTTGARTER ZEITUNG]

“Sauer und Wollny haben perfekt arrangierte Passagen vorbereitet – doch der Weg dorthin ist spannender als mancher Krimi“ [AUDIO]

“Heinz Sauer, eine prägende Figur des deutschen Nachkriegsjazz, ein Verführer mit kraftvollem, beseelten Ton, und Michael Wollny, stürmisch, intelligent und sensibel, mit allem was technisch und musikalisch nötig ist, gewappnet … Das Album hat einen roten Faden, es fließt, es harmoniert, hat ungeheuren Charme und künstlerische Raffinesse. Dazu kommen eine enorme Intensität zwischen den beiden Jazzpoeten, die in Momenten von tiefer Nähe miteinander zu verschmelzen scheinen.“ [AMAZON]

“Zauberhafte Kleinode von diskreter Raffinesse und unerhörter Intensität.“ [STEREOPLAY]

“Bebop, Freejazz und andere Kategorien verlieren angesichts dieser ergreifenden intimen Dialoge ihren Sinn. Ein Meisterwerk.“ [RONDO]

Ab hier jetzt nur noch ein paar Links, eine keineswegs vollständige Sammlung. Sauers 80. Geburtstag war Anlass für so ziemlich jedes Feuilleton, das etwas auf sich hält, die Musikgeschichte dieser Republik in Sauers Sax-Ton zu tauchen:

HR 2 Kultur
Die Zeit
Die Welt
Der Tagesspiegel
Goethe.de
AZ München

Bayern 2
BR Klassik
WDR 3
NDR
Offenbach-Post
Jazzthetik
Jazzzeitung
Jazzpodium
Fono Forum
Die Zeit: Besten Alben des Jahres

Und so geht das weiter und weiter und hilft alles nichts, man muss es hören.

>> Sonntag, 6. Januar, 17 Uhr
>> 18 Euro | halber Preis für alle bis 25 Jahre
>> Tickets kau­fen oder reservieren