13 625 Versprechen bauen

Baubeginn für einen Platz des europäischen Versprechens

14. Juli 2010, Platz des europäischen Versprechens by thw (c)

Baubeginn auf dem “Bauplatz unserer Vorstellungen”: 13 625 Menschen aus aller Welt sind bisher unserer Einladung gefolgt, Europa ihre persönlichen Versprechen zu geben. Seit heute steht fest: Der Platz des europäischen Versprechens wird gebaut, die Einladung gilt.

Drei Jahre lang laden die Stadt Bochum und wir bereits dazu ein, dem Platz vor der Christuskirche unsere Namen zu geben. Und mit unseren Namen ein persönliches Versprechen an Europa. So entsteht Europa, ein Kunstwerk von vielen für viele, von uns für uns. Aus der Idee des Künstlers Jochen Gerz ist ein

“zentraler Ort der europäischen Kulturhauptstadt”

geworden, wie die Stadt Bochum heute erklärte.

Die Stadt hatte das Kunstwerk vor drei Jahren bei Jochen Gerz in Auftrag gegeben:

“Nach der bereits 2009 erfolgten Verlegung der ersten Namenplatte im Turm der Christuskirche folgt nun der zweite Schritt zur Verwirklichung des Platz des europäischen Versprechens: die bauliche Vorbereitung des neuen Platzes für sein wesentliches Element, die Namenplatten.”

25 werden es insgesamt sein, 25 tonnenschwere Platten aus armenischem Basalt, die unsere Namen tragen.

“Noch ist Platz für 1.300 weitere Teilnehmer”,

so die Einladung der Stadt per Pressemitteilung,

“doch die Zahl der Menschen aus dem In- und Ausland, die sich melden, um Teil der neuen Bochumer Landmarke zu werden, wächst täglich”.

Wundert das wen? Europa ist ziemlich gefleddert worden in letzter Zeit, und eine Kulturstadt, die sich als andauernde Party gibt, tönt nur wenig drüber weg. Die Sprache Europas, schrieb der Bochumer Literaturprofessor Manfred Schneider kürzlich in der Neuen Züricher Zeitung, sei “die Ödnis”, und gegen die “Ödnis der Sprache Europas” helfe “das europäische Versprechen”. Das also, was jeder allein sich selber geben kann.

Wir uns. Davon reden die Bagger. Die Kosten für den Platzausbau (ohne Namensplatten) betragen 660.000 EUR, etwa die Hälfte davon wird vom Land NRW getragen. Nicht eingerechnet ist, was wir, die Evang. Kirche, stellen, also Bauland, Büro und Personal. Die Stadtwerke Bochum unterstützen das Lichtkonzept von Laurent Fachard. Die Bauzeit soll etwa fünf Monate betragen.