“Transcendental Lullabies”

Marsen Jules Trio | urban urtyp #6

Marsen Jules by basic_sounds | flickr.com

“Pure ambient genius“ hat eine Zeitung den Dortmunder genannt: “Marsen Jules stands for the elegic musical output of Martin Juhls from Dortmund/Germany.”

Außerhalb von Ruhrgebiet/Germany ist Juhl/Jules erheblich bekannter als drinnen, aber das geht ja vielen so: Um für Urlaub auf Balkonien eine Auszeichnung als “Bestes Album” abzuholen, musste er – kurz vor Beginn der hiesigen Kulturhauptstadt – nach Paris zu den Qwartz Electronic Music Awards reisen. Mit “emotive classical minimalism” hat man es hier, wo man zum klassischen Maximalismus neigt, nicht leicht.

Dabei entspannt Jules seine Klangwelt ganz leicht zwischen Ambient und Klassik, Modern-Jazz und Elektronik, aber was sagt das schon. “Endlos schön”, sagte De:Bug.

“Schön, einfach nur schön, und noch mal: schön“,

sagte Stadtmagazin Berlin. Etwas wortreicher das, was das Thinner Netlabel schrieb, wo Jules anfangs veröffentlicht hat:

“Being Marsen Jules he concerns himself with the compression of atmosphere and emotion in the most abstract sense.”

Zu uns kommt er mit seinem Trio, zu dem noch die Zwillingsbrüder Anwar mit der Geige und Jan-Philipp Alam am Flügel gehören sowie, als special guests, Meike Rath an der Harfe  –  Harfe!  –  sowie der Kölner Videokünstler und Maler Nicolai Konstantinovic: Er interpretiert die Musik im Raum mit großflächigen Projektionen und Mini-Screens, im Kirchenraum verteilt.

Einfach und schön. “Transcendental lullabies”, schrieb eine US-Zeitung. Dass dies alles  –  der präzise Aufbau, die vorsichtige Romantik, der verschleppend schwelgende Gang  –  mit Live-Sessions in Lünen begonnen hat, dass Jules bei Sessions dann “schnell gelangweilt” war und sich an klassische Musik erinnert hat, deren Klang er mochte,

“aber die Dynamik nicht: Immer dieses Rauf und Runter, dann noch ein Tusch …”,

das lässt sich in einem schönen Interview nachlesen, das Jens Kobler mit Marsen Jules für 2010lab.tv geführt hat: “Ambient mit Ambitionen”.

Ein Abend für Flaneure: “Klassik mit Beats”, sagt Jules, “ist keine Option.”


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