Dale Cooper & Bersarin & N

Denovali Label Evening

Bersarin Quartett (c)

Vor einem Jahr hatten wir Leland P. hier, die sich nach Leland Palmer benannt haben, dem Mörder aus Twin Peaks. Jetzt kommen die, die sich nach dem Fahnder nennen, Agent Dale Cooper, auch sie sind der David-Lynch-Welt entkommen, also jener Welt, in der Musik zum Soundtrack wird.

Zu einem eher düsteren, das Dale Cooper Quartet And The Dictaphones haben den Hang zum Darkjazz, zum schweren Cello-Sound, zu elegischen Sax-Linien und dezenter Eletronik. Beklemmend behaglich, was die Franzosen machen, die erstmals in Deutschland sind.

Nikolai Bersarin, erster Stadtkommandant Berlins

Etwas malerischer das Bersarin Quartett, das sich erst gar nicht durchs melancholische Dunkel tastet, sondern stilvoll darin badet. Ist ein Projekt von Thomas Bücker alias Jean Michel [gemeint: Jarre], er hat es nach Nikolai Bersarin benannt, dem sowjetischen Offizier, der mit seinen Leuten im April 1945 als erster Berlin erobert hat, dort erster Stadtkommandant wurde und als seine erste Amtshandlung  –  wir reden vom Nach- bzw. Noch-Nazi-Deutschland  –  den Religionsunterricht wieder eingeführt hat.

Begründung: Man müsse, wenn es überhaupt wieder was werden solle, ganz von vorn beginnen, 10 Gebote, du sollst nicht töten, solche Dinge.

Ob man das dem anhören kann, was Bersarin Quartett spielt, mag jeder für sich entscheiden. Falls man dann noch weiter vergleichen möchte, bleibt man irgendwann bei David Lynch selber hängen, dem Dale-Cooper-Erschaffer:

Im richtigen Leben bemüht sich Lynch seit einiger Zeit, eine richtige Universität zu gründen. Keine normale natürlich  –  Lynch ist Anhänger der völlig durchgeknallten “Transzendentalen Meditation”  –  sondern seine Uni will er im von Bersarin befreiten Berlin gründen und “Universität für ein unbesiegbares Deutschland” nennen …

Wer jetzt bei der Musik des Dale Cooper Quartets an “Maharishi-Effekt” denkt und an “Yogische Flieger”, hat sie selber auch nicht mehr alle. Wichtiger ist nebenan, von wo N zu uns kommt, Hellmut Neidhart aus Dortmund mit seinen höchst realistischen Geräten, die aussehen wie Gitarre und Verstärker, die dann allerdings wie Orgel klingen  …  und dann so ähnlich wie … der Sound zu einem Track  …  aus einer kleinen Stadt  …  zwei Gipfel, ein Wasserfall …

>> Denovali-Label-Evening, ein Vorgeschmack auf das Denovali Swingfest Ende September [mit dem großartigen Hauschka!]
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