Kray // Monocular // unter anderem Max

urban urtyp #20

Unter anderem Max (mit Hund)

Kein Konzert, ein kleines Festival mit Indie-Pop, Elektro-TripHop und Songwritertum. Alles von hier und alles uu, unbeugsam urban. Von

KRAY!

etwa kommt keiner aus Kray, aber alle in ein Alter, in dem Indie-Pop tatsächlich independent wird: Die Sechs müssen keinem nichts beweisen, niemandem was vorbalzen oder diesen blöden Ehrliche-Haut-Habitus pflegen, ihre Sonnenuntergänge sind wirklich rot.

Entstanden sind ihre Songs, wenn sie im Stau standen auf dem Weg zur Probe auf der Höhe von Kray, jetzt stehen sie als die wohl ältesten Newcomer der jüngsten Musikgeschichte auf der Bühne.

Seitdem wissen wir, dass Alter vor gar nichts schützt, auch davor nicht, besser zu werden. Sie machen Schluss mit wichtig, sie machen Songs und besingen die Sehnsucht, die sich von Essen-Kray nach Bochum-Dückerweg streckt. Ruhig und entspannt ist das, ab und an ein wenig traurig, dann klingt die A40 nach a-Moll, bevor sie lässig eine Ausfahrt nehmen und den Kitsch umkurven, das ist dann gleich mal was in Dur. Gelassene Geste, große Kunst, wer braucht da noch den Sommer. Und dann kommen:

MONOCULAR: Elektro TripHop aus Dortmund

der überhaupt nicht so klingt wie Morcheeba, sondern so, als hätten Morcheeba versucht, Monocular zu covern. Aber auch dieser Vergleich trifft die  –  blödes Wort, gibt kein anderes  –  Reife nicht, die Monocular über vier Jahre hin gewonnen haben, so wenig wie die Vergleiche, die sonst herangezogen werden, die mit Massive Attack oder Portishead oder Goldfrapp oder Kosheen.

Monocular kommen jedenfalls mit einer Gitarre, die, wenn sie will, so dreckig klingt, wie es das Ruhrgebiet mal war. Und mit einer Stimme, die größer ist als  –  aber lassen wir es den großen Tom Liwa sagen:

“There aren’t many female singers in Germany whose voices kill me like Nic Koray’s does. And there are even fewer who I grant to have the rare talent to formulate songs that are as universal and at the same time personal in the most intimate way”.

Soweit Tom Liwa, den

UNTER ANDEREM MAX

verehrt: Die 3-Wörter-Band besteht aus Max, seiner Gitarre und den Geschichten, die sie erzählen. Die Geschichten spielen in einer Stadt, in der sich Grünflächen über Industrieanlagen legen und darüber Songs, die einem nicht gleich die halbe Welt erklären.

Hat nichts von Hamburger Schule, bei unter anderem Max darf man selber schlau sein: Goldkante schlägt Waterkant.

Und Max ein neues Kapitel auf, er kommt mit Drummer! Und mit Bassist! Und E-Gitarre! Mehr Max war nie. Und mehr gibt es auch nicht zu sagen auf die Frage, warum wir urban urtyp machen und welchen Sinn es hat, Indie-Musik indie-Kirche zu holen, das machen wir wegen unter anderem …

>> urban urtyp #20 | 20. Mai