“Möchte sein, möchte nicht.”

Experimental Evening [V]

Natur ist dazu da, recht zu behalten. Ist jemand für etwas  –  zum Beispiel welches Vergnügen es macht, in einem See zu baden  –  sieht es gleich viel edler aus, für einen Natur- statt einen Vergnügungspark zu kämpfen. Ist jemand gegen etwas  –  sagen wir: gegen die Liebe zwischen Mann und Mann oder Frau und Frau   –  wirkt es gleich viel wichtiger, wenn man sagte, man selber sei ja nicht dagegen, es sei die Natur, die sei es.

Natur geht immer, sie weiß Bescheid. Sie richtet, wenn sie rühmt. Simon Scott hat ihr zugehört.

Er hat wirklich zugehört, er ist mit Unterwassermikros und was nicht allem ins englische Niedermoor gezogen  –  und hat anderes gehört als eine Natur, die recht behalten will:

“I heard the surprisingly uproarious water boatman (Notonecta glauca), an aquatic insect, on the end of my hydrophone. I had no idea what these unfamiliar sounds were.”

Fremdsprache eben, Natur ist, hört man ihr zu, verteufelt unvertraut. Keine Idee, ob das, was sie erzählt, Bedeutung haben könnte. Möchte sein, möchte nicht.

In diese Bedeutungsleere hinein legt Scott seine Musik. Er hört zu, er antwortet, er kauderwelscht. Was Notonecta glauca war, wird Gitarre, und was Natur war, wird Idee. Eine, die nichts am Hut hat mit Romantik, dafür mit Elektronik anbändelt.