“To inspire some reflection”

Diary of Dreams | The Beauty of Gemina

Vielleicht gebe ich erst einmal zu, dass ich mit dem, was ich an Texten aus der Schwarzen Szene kenne, wenig anfangen kann. Nicht, weil ich sie als bedrohlich empfinden würde, eher als beliebig.

Es wird zuviel geraunt anstatt gedacht, zu viele Bedeutungen werden zu oft mit zu vielen anderen in zu viele Zusammenhänge gebracht, die zusammen auch nicht mehr ergeben, als was es schon gegeben hat. In Sachen Religion sind die Lyrics oft kritisch, klar, aber so kritisch ist heute jeder Student der Theologie. Sagen wir: fast jeder.

Der entscheidende Unterschied liegt aber eh nicht im Text, sondern in der Art, ihn auszudrücken. Was man gelesen hat, ist nicht dasselbe, wenn man es hört. Was sich eben noch belanglos las, kann jetzt wie ein Bekenntnis klingen.

So etwa der Galilee Song von The Beauty of Gemina, ein Lied über Jesus, der “zum Opfer seiner Zeit” geworden sei. Was ja nun doch etwas bedeutungsleer klingt, es war keine die Zeit, die ihn gekreuzigt hat, es war die römische Staatsgewalt. Aber:

Veröffentlicht und  –  “to inspire some reflection”  –  zum freien Download angeboten hat die Band ihren Song just in jener Zeit, in der sie in Rom diesen Hardcore-Antisemiten “rehabilitiert” haben, Richard Williamson, einen notorischen “Holocaust-Leugner”.

Mir fällt keine andere Band ein, die dagegen protestiert hätte – sie hier tun es, indem sie just jetzt von Jesus, dem Juden singen. Willkommen in der Christuskirche.


>> Diary of Dreams | Beauty of Gemina | FAQ
>> 31. Oktober 19:30 Uhr
>> Tickets 27,50 EUR
>> Dank an Cornelius Fischer fürs Foto!