Schwer ist nur das Schwerelose

Pretty Mery K sind urban urtyp #25

(c) Pretty Mery K

Die Ruhr-Uni hat die Langeweile erforscht. Ergebnis: Langeweile sei “ein ebenso komplexes wie paradoxes Phänomen”, es zu begreifen, müsse man “das Augenmerk auf jene performativen Aushandlungen legen, als deren Resultat Langeweile steht – als subjektiver Eindruck, als diskursiver Effekt, als ästhetisches Prinzip oder als mediale Tatsache.”

Alles klar, machen wir gerne, wir legen Augen- und Ohrenmerk auf Pretty Mery K, Band mit Frontfrau, die haben Boredom vertont & verfilmt:

Dass es eine solche Stimme geben kann. Pretty Mery K also, der Name ist nicht neu, er spielt auf einen fast gleichnamigen Song von Elliott Smith an  –  1 Buchstabe = 1 Unterschied. Er spielt aber ebenso mit dem Namen von Meryem Kilic, sie ist, der die Stimme gehört, eine deutsch-türkische aus Kreuzberg. 1 Stimme = 1 Unterschied.

Unter ihr tänzelt der Bass von Ben Schadow entlang  –  Schadow ist ein Fixpunkt der Hamburger Szene, spielt bei Bernd Begemann, macht Projekte mit Kettcar usw.  –  dazu eine feinfühlige Gitarre und akustisch zurückgenommene Drums. Keiner spielt sich auf, niemand prescht nach vorne, es geht ums Ganze und klingt wie kein Jazz. Kein Folk. Auch kein Neo-Folk, wie manche schreiben. Eher ist es ein Spiel mit Stimmungen, eines mit leichter Hand, musikalisch allerdings ziemlich vertrackt: Nur Schwereloses ist schwer zu spielen.

“Im weitesten Sinne”, sagt Meryem, “ ist das Pop. Gitarren-Pop-Musik.”

Wir laden zur „performativen Aushandlung“ in den urban urtyp-Kubus.