“… Son of Mine”

Ray Wilson | 26. April 2013

Ray Wilson 2013 by Kai R Joachim (c)

Keines dieser perfekten Videos, dafür eines, das zu Wilson passt. Der ja nie in eine Welt gepasst hat, in der man Stadien voller Publikum beflirten muss: Hier sitzt, der Phil Collins beerbt hat, und singt für sich:

“No Son Of Mine”, Genesis-Hit der 90er – ein reichlich vollgetankter Songs, für den ein Stadion zu mickrig schien –  wird wieder zu dem, was er ist, zum grandiosen Song.

In dem es gerade nicht ums Pompöse geht, sondern um seine Hässlichkeit, seine hässliche Häuslichkeit: Die Geschichte handelt von Missbrauch, von männlicher Gewalt gegenüber dem Jungen, der erzählt, oder gegenüber seiner Mutter, das bleibt unklar in dem Song.

Weil es nicht um die Tat geht und nicht um den Täter, sondern um den, der das, was ein anderer getan hat, abtragen muss. Ihm bleibt nichts anderes, er muss, um Schuld tragen zu können, Versöhnung suchen.

Der Song endet ohne sie.

>> Ray Wilson & Genesis Classic
>> 26. April 2013 | 20 Uhr