11. September

14:46 – 15:03 Uhr. Glocken läuten zum Gedenken

Glockengeschoss der Christuskirche | Ayla Wessel, Kulturagentüer

Um den Terror von Al-Qaida und IS zu begreifen, zieht Olivier Roy, französischer Politologe, einen Vergleich mit dem Linksterror der 70er und 80er Jahre:

„Beide Bewegungen betreiben Terror im Namen einer Weltrevolution. Beide verstehen sich als Speerspitze gegen den Imperialismus. Beide sind fanatisch antiamerikanisch und antisemitisch.“

Ihr Antisemitismus, so Roy, sei

„nicht religiös motiviert, sondern reproduziert den klassischen säkularisierten Judenhass: Juden repräsentieren das Kapital, den Kosmopolitismus, die Medienmacht, das Establishment. Dieses Feindbild hat eine lange Tradition nicht nur in der europäischen Rechten, sondern auch in der europäischen Linken.”

Lesenswertes Interview mit Olivier Roy in DAS MAGAZIN, es geht um Gewaltfaszination, Todessehnsucht, eine neu erfundene Religion und einen vorgefundenen Hass.

Am 11. September zwischen 14:46 h und 15:03 h läuten die Glocken der Christuskirche. Sie erinnern an die Opfer des Terrors und daran, dass kein Gott ist, der Menschenopfer verlangt.