We’re here

Anathema und Gegenwart

Thora-Rolle mit Tetragramm [Bildmitte] | (cc) Daniel Tibi 2008

Vom Allerheiligsten zur Kunst zu Anathema, das ist der Weg, er geht so:

Das Allerheiligste ist der Name Gottes, unaussprechlich seit je, die Bibel gibt ihn wider in Konsonanten ohne Klang: j+h+w+h. Übersetzen lässt sich das nicht, allenfalls umschreiben, die kürzeste Umschreibung lautet: „Ich bin da.“  

„Wir sind da“, hat der Künstler Markus Wilfling, krakelig wie eine Notiz, 2011 an die Mauer der Leechkirche in Graz geschrieben, die Ausstellung hieß „1+1+1=1“, es ging um Gott. 

Zur selben Zeit etwa haben Anathema ihr achtes Album herausgebracht, Titel: “We’re Here Because We’re Here“.

Großartiger Titel. Es gibt etwas in dieser Welt, das unaussprechlich bleibt. Spricht man es dennoch aus, klingt es  –  die Bahn fährt, weil sie fährt; sie fährt nicht, weil sie nicht fährt  –  wie Dada. Anders aber lässt sich nicht begründen, was fraglos ist wie nichts anderes: Wir sind da, weil Wir da sind. Geschaffen oder gewürfelt, ungebeten oder herbei gebetet, Dasein ist da sein.

Anathema werden da sein und wir auch, das ist praktische Theologie.


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