Staubkind

Wo wir zu Hause sind

Roman Zeschky (c), urbEXPO 2015

Bemerkenswert, der Name, den Louis Manke sich gegeben hat: Bei Staub fällt einem -belastung, -filter, -sauger ein. Vielleicht noch Stäuber, Edmund, auch das ist popkulturell nicht überzeugend, und dann natürlich wir alle: aus Staub gemacht mit der verlässlichen Aussicht, zu Staub zu werden. Vom “Staub des Todes” spricht die Bibel, vom Staub als jenem Ort, an dem die Toten “wohnen”. So gehört ist das, was Staubkind spielt, heiter und fruchtbar wie Staub.

Das hebräische Wort für Staub, afar, bezeichnet nämlich auch den fruchtbaren Boden, aus dem gebildet ist, was lebt: “Staub vom Ackerboden”. Steht am Beginn der Bibel, diese Information, und ist für alle, die denken sie seien etwas Besseres, schwer verdaulich: ich? kein Kind des Lichts? des Feuers? der schönsten Göttertochter weit und breit?

Des Staubs. In der Hebräischen Bibel steht afar auch für Mörtel, und das kann ungalant sein, einer Dame zu sagen, sie sei aus Mörtel. Die Bibel tut es, die Alabaster-Göttin klingt hohl, schon deshalb war mir nie erklärlich, wen  –  sehr viel später  –  Charles  Darwin denn überhaupt gekränkt haben mochte: Darwins Lehre von der Evolution gilt ja als eine von vier “Kränkungen der Menschheit”, aber wenn man so darüber nachdenkt … eine Abstammung vom Affen … im Vergleich zum Mörtel …

Egal, “es ist alles aus Staub geworden und wird wieder zu Staub”, vorher kommt Staubkind zu uns nach Hause zurück.

>> Freitag, 20. November, 20 Uhr | Einlass 19 Uhr
>> 27,60 inkl. Geb. | Tickets hier
>> Mehr Infos zum Konzert


Foto | Roman Zeschky

Jahrgang 1970, lebt in Dortmund, www.underworld-city.de

Sein fotografischer Schwerpunkt liegt vor allem auf unterirdischen Objekten wie Bunkeranlagen, Stollen und U-Verlagerungen. Seine Fototouren führen in durch ganz Deutschland und in das benachbarte Ausland. Weitere Themen sind für ihn Konzertfotografie und Auftragsarbeiten. Nach seiner Ausstellungspremiere 2012 beim Pixelprojekt Ruhrgebiet und der urbEXPO 2013 und 2014 war er auch Teilnehmer der urbEXPO 2015 hier nebenan in der Schlegel-Brauerei.

Seine Arbeiten sind auch in privaten Kunstsammlungen vertreten: Artbrut-Sammlung/8-ung!Foto Gera

Das Motiv oben stammt aus einer ehemaligen Fleischfabrik der DDR: hier die ganze Serie