“… verlockende Schlichtheit …”

Roedelius & Arnold Kasar

Hans-Joachim Roedelius (c) Sebastian Böcking, Deutsche Grammophon

Hans-Joachim Roedelius ist eine Legende, seine Kunst hat für die elektronische Musik etwa die Bedeutung, die Klassik für den Konzertbetrieb hat. “Klassische Musik gilt gemeinhin als ur-kompliziert”, so Rita Argauer in der SPEX, was aber Roedelius jetzt  –  zusammen mit dem 38 Jahre jüngeren Arnold Kasar  –  geschaffen hat, “besticht durch eine ähnlich verlockende Schlichtheit wie diejenige, die Schumanns Kinderszenen in eine so edle, entrückte Sphäre stellt”, auch diese Musik sei “immer einfach, immer beruhigt, immer im besten Sinne unambitioniert”. In den Ohren der INTRO bilden Roedelius & Kasar “die fruchtbarste und wundervollste Kooperation des Jahres”.

Ob er denn von seiner Musik inzwischen leben könne, wurde Roedelius vom österreichischen KURIER gefragt, seine Antwort  –  der Mann ist 83:

Meine Frau und ich können seit drei Jahren in Ruhe die Miete bezahlen und werden nicht immer wieder gemahnt. Es hat über 40 Jahre gedauert, bis wir endlich mal aufatmen konnten. Wir haben ja auch drei Kinder in die Welt gesetzt und mussten so zusätzlich noch viel drumherum finanzieren. Es ist nicht so, dass der Alte zu Hause sitzen und den Ruhestand genießen kann.

Der Kurier: Ärgert es Sie, für Ihre Leistungen in der Musik höchst anerkannt zu sein und trotzdem diese Probleme zu haben?

Nein, nein, das ist doch immer so, das gehört dazu. Leute, die etwas bewegen wollen, wissen, dass damit eine gewisse Marginalität verbunden ist. Wir machen das ja, weil wir es lieben, weil wir müssen.


HANS-JOACHIM ROEDELIUS & ARNOLD KASAR | „Einfluss“

» Samstag 20. Januar 2018 | 20 Uhr