Rendezvous mit Marlene

Ute Lemper live. Eine aktuelle Erinnerung.

Ute Lemper by Eric Richman (c)

Sie hat Goebbels blamiert und GIs begeistert, in der Bundesrepublik wurde sie geschmäht, in Israel gefeiert: Als Marlene Dietrich im Mai 1960 für 10 Konzerte nach Deutschland zurückkam, galt sie als „Vaterlandsverräterin“; unmittelbar darauf gastierte sie in Israel, das Land lag ihr zu Füßen.

Sie war die erste, die in Israel in deutscher Sprache sang, in der Sprache von Goethe und von Goebbels. Und sie ihrerseits hat in Israel ein neues Lied gelernt und es auf Hebräisch eingesungen, „Shir Hatan” heißt es, “Das Lied vom Schakal“.

Dieses Lied wiederum lässt sich  –  Schakal und Wolf sind ja nun eng verwandt, der Wolf war das Fabeltier der Nazis  –  dieses Wiegenlied lässt sich, wenn diese Frau es auf Hebräisch sang, so hören, als sei es ein Kommentar zu dem, was ihrer Muttersprache geschah: dass nämlich jedes Wort, seitdem es ein Nazis ausgesprochen hat, sein äußerstes Gegenteil bedeuten kann. Der Wolf, wenn er heult, liegt eben nicht lammfromm neben dem heulenden Kind, und der Schakal, wenn er heult, will nichts als Beute.

1965 erhielt Marlene Dietrich  –  als erste Frau  –  das Medallion of Valor of the State of Israel, es ist ein Militärorden. Sie hat nicht mit den Wölfen geheult, sondern gegen sie gesungen.

Hier das Lied und der Text:

 „Shir Hatan / Lied vom Schakal“