The Songs of Leonard Cohen. Early works. The roots of Hallelujah
Field Commander C. by (c) Max Niemann
Kein Cover, eine Hommage. An einen der Größten.
Cohens Songs zu erinnern, indem man sie spielt, hat immer etwas von einem Sakrileg. Und doch gibt es Deutungen, die heranreichen an die Idee, die Cohen selber angetrieben hat. Deutungen, die Cohens Song nicht in Besitz nehmen, sondern sich annähern an das, was sich entzieht.
Mit „Early works – the roots of Hallelujah“ spielen sich Rolf Ableiter und seine Band heran, der Abend ist wie eine Spurensuche, sie suchen sich und uns zu erklären, wie es dazu kam, dass „Hallelujah“, ein Jahrhundert-Song, überhaupt entstehen konnte. Ein Song, so unkompliziert wie verrätselt.
Um sich dem Geheimnis anzunähern, kommen Field Commander C. an „Suzanne“ vorbei – und natürlich spielen sie den Song – und kommen an „Bird on the Wire“ vorüber und an „So long Marianne“ und an „Famous Blue Raincoat“, alle diese Song zählen zu den ikonischen Werken Cohens. Und sind alle in der Zeit entstanden, die sich in seinen vier ersten Alben spiegelt …
Daher auch der Name für diese Hommage, Cohens Live-Auftritte Ende der 70er Jahre sind legendär, vielen Fans gelten sie als die besten in seiner langen Laufbahn. Die gefeierten Konzerte mit großer Besetzung wurden in „Field Commander Cohen“, dem erst 2001 erschienenen Album, eindrucksvoll dokumentiert, das Album gab „Field Commander C.“ den Namen.
Wieso „Field Commander Cohen“? Blick zurück in das Jahr 1973, in Israel wird Yom Kippur gefeiert, der Tag der Versöhnung, höchster jüdischer Feiertag. Ein stiller Tag, in sich gekehrt: „Wer wird leben, wer wird sterben / Wer durch Wasser, wer durch Feuer / Wer durch Hunger, wer durch Durst …“ heißt es in Unetanneh Tokef, dem Gebet des Tages. 1973 fiel Yom Kippur auf den 6. Oktober, am selben Tag fielen arabische Staaten in Israel ein. Und Leonard Cohen? Ließ sich umgehend nach Israel und an die Front fliegen und gab Konzerte, keine für die Kameras: “Who by fire, who by water / Who in the sunshine, who in the night time …”
Israel am Abgrund, aber Cohen glaubte an den spirit seiner Songs, “may it be a shield for you”. 50 Jahre später, am 7. Oktober 2023, an Simchat Tora, dem Fest der Freude an der Tora, fiel Hamas über Israel her. Und keiner, der jetzt gekommen wäre, den spirit seiner Songs zu einem shield for you zu machen.
Ein Tribute an Leonard Cohen in dieser Zeit. In großer Besetzung: Vocals, Gitarre, Violine, Cello, Orgel, Akkordeon … Melancholie und Poesie, Spielfreude und Witz, Hintergründe und Geschichten rund um Leonard Cohen und sein frühes Werk.