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Carlos Cipa | urban urtyp #39

Dass Pop und Klassik nicht nur aufeinander treffen  –  das geht eigentlich immer schief, dieses Popsong + Geigen + noch mehr Geigen  –  dass sie nicht nur aufeinander treffen, sondern aufeinander hören, ist die derzeit wohl interessanteste Entwicklung in der Musik. Einer, der sie prägt: Carlos Cipa, Pianist und Komponist aus München. Aufgewachsen im Pop, […]

CarlosCipa_AllYourLifeYouWalk

Carlos Cipa: All Your Life You Walk, 2014

Dass Pop und Klassik nicht nur aufeinander treffen  –  das geht eigentlich immer schief, dieses Popsong + Geigen + noch mehr Geigen  –  dass sie nicht nur aufeinander treffen, sondern aufeinander hören, ist die derzeit wohl interessanteste Entwicklung in der Musik. Einer, der sie prägt: Carlos Cipa, Pianist und Komponist aus München.

Aufgewachsen im Pop, ausgebildet in der Klassik, hat er die Musikwelt bereist von Jazz zu Indie, von Mozart zu Debussy, von Hardcore zu Ravel, von Screamo zu Steve Reich. Zurückgekehrt zu seinem Steinway, legt er jetzt sein zweites Solo-Album vor: Klassische Musik, mit Pop-Bewusstsein gespielt:

Cipa geht  –  eine großartige Einfühlung  –  zurück an den Beginn der Moderne dahin, wo der Impressionismus entstand. Ein kurzer Moment in der Geschichte, vielleicht einer der glücklichsten, es trafen zusammen: die Begeisterung für Technik, die Faszination für das, was aus sich selber heraus entsteht, die Verführbarkeit von allem, was sich wie endlos wiederholt  –  einerseits, und andererseits das Gefühl der neuen, der bürgerlichen Freiheit, die Lust am Versuchen, die Versuchung zur Improvisation. Gefühls- und Maschinenwelt, eine neue Sinnlichkeit für das, was Klänge freisetzen und Klangbilder formen kann …

Im Vergleich zur bürgerlichen Klassik, der strengstens kontrollierten Emotion, war Impressionismus Pop, das reine Jetzt, orgiastischer Moment  –  ein kurzer, vielleicht sehr glücklicher Moment, den Carlos Cipa festzuhalten scheint. Traumartig schön, man steht seiner Musik ein wenig wehrlos gegenüber, sie geht einen an wie ein Bild von Claude Monet.

Wie er das macht? Cipa unterlegt den Klang seines Flügels  –  sehr zurückhaltend, sehr homogen  –  mit elektronischen Sounds und spielt etwas hinein, was längst vergessen ist: den Sound der „Guitaret“ etwa, eines in den 60ern von Hohner entwickelten Instruments; das verheißungsvolle Knistern eines Radios, das Cipa von seinen Großeltern geerbt hat …

Anders aber als etwa Hauschka [mit dem er oft die Bühne teilt] baut Cipa seine Kompositionen nicht auf Sounds auf, sondern stellt sie in Dienst: Sie umspielen den Klang des Flügels, Melodien wie eine Hügellandschaft, warme Farben, traumartige Bilder …

Das Album ist soeben bei Denovali erschienen, dem Bochumer Label für alles, was gut ist. Und Carlos Cipa ist nicht nur gut, er ist 23, er hat eben erst angefangen. Solcher Musik die Bühne zu bereiten, dafür ist urban urtyp da, die Indie-Reihe dieser Stadt.

 

 

https://soundcloud.com/denovali/carlos-cipa-and-gently-drops-the-rain

 

>> urban urtyp heißt: wie immer nur 10 Euro

 

 

Carlos Cipa | urban urtyp #39

Dass Pop und Klassik nicht nur aufeinander treffen  –  das geht eigentlich immer schief, dieses Popsong + Geigen + noch mehr Geigen  –  dass sie nicht nur aufeinander treffen, sondern aufeinander hören, ist die derzeit wohl interessanteste Entwicklung in der Musik. Einer, der sie prägt: Carlos Cipa, Pianist und Komponist aus München. Aufgewachsen im Pop, […]