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Cristina Branco | Alegria

Sinnlich, melancholisch, sehnsuchtsvoll, so ist der Fado im 19. Jahrhundert in Lissabon aufgekommen, in Porto und Coimbra. Wurde in Bars und Kneipen bewahrt und gepflegt und hat sich  –  das lässt sich nicht viel anders formulieren, auch wenn es unter Kitschverdacht gerät  –  in die Herzen der Portugiesen gespielt. Und von da in die Herzen […]

Augusto Brázio

Augusto Brázio

Sinnlich, melancholisch, sehnsuchtsvoll, so ist der Fado im 19. Jahrhundert in Lissabon aufgekommen, in Porto und Coimbra. Wurde in Bars und Kneipen bewahrt und gepflegt und hat sich  –  das lässt sich nicht viel anders formulieren, auch wenn es unter Kitschverdacht gerät  –  in die Herzen der Portugiesen gespielt.

Und von da in die Herzen der Welt, inzwischen zählt Fado zum Weltkulturerbe, zum „immateriellen“  –  und das ist nicht deshalb interessant, weil Fado jetzt in einer Reihe stünde mit Prähistorischen Pfahlbauten in Schwaben oder der Kulturlandschaft Hallstatt-Dachstein im Salzkammergut [ hier die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes], sondern weil Fado niemals Reinkultur war, sondern immer schon kreolisch: eine Mixtur aus der Musik muslimischer Mauren, brasilianischer Sklaven und iberischer Bauern. Was einem aber auch wieder egal sein kann, weil es im Fado eh um das geht, was allen gemeinsam ist: um Sehnsucht, das Glück, die unglückliche Liebe und jene Art Weltschmerz, den sie Saudade nennen. Fado bedeutet Schicksal.

Wobei er zwar selber vom Schicksal singt, aber keines ist: Fado wird gespielt und nicht abgespielt, er wird improvisiert und weiter gesponnen, wie es sich ergibt. Die 41-jährige Cristina Branco zählt zu der Generation, die diesen Fado erst entdeckte, als sie den Rest der musikalischen Welt schon durchgehört hatte: Sie ist aufgewachsen mit Janis Joplin, Billie Holiday, Ella Fitzgerald … daher vielleicht ihr unverkrampfter Zugriff auf die Tradition, ihre manchmal jazzige Interpretation des Fado, die folkige Färbung.

Und eine dosierte Dramatik, nicht so übermäßig aufgepudert wie sonst. Mit ihrem umfangreichen Oeuvre an Einspielungen  –  “Ulisses”, “Abril” und “Não há só tangos em Paris” vorneweg  –  zählt Cristina Branco zu den bekanntesten Fadistas dieser Tage. Auf ihrer neuesten CD “Alegria” setzt sie sich vom zeitlosen Weltschmerz ab und mit sozial relevanten Themen auseinander: Sie erzählt zwölf fiktive Geschichten, die zusammen den Alltag im heutigen Portugal beschreiben. In jedem ihrer zwölf Lieder nimmt die Sängerin die Rolle eines Charakters an, der seine spezifische Sicht auf die alltäglichen Probleme schildert  –  detailliert, filigran, eindrücklich.

Ein Portugal en miniature, eine europäische Erzählung.

>> Cristina Branco | Stimme
Ricardo Dias | Akkordeon, Klavier
Bernardo Couto | Portugiesische Gitarre
Bernardo Moreira | Kontrabass

>> Mehr Infos: „Fado, Freude, Freiheit“

>> Tickets von 25,40 bis 33,10

Das Konzert wird präsentiert von

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Cristina Branco | Alegria

Sinnlich, melancholisch, sehnsuchtsvoll, so ist der Fado im 19. Jahrhundert in Lissabon aufgekommen, in Porto und Coimbra. Wurde in Bars und Kneipen bewahrt und gepflegt und hat sich  –  das lässt sich nicht viel anders formulieren, auch wenn es unter Kitschverdacht gerät  –  in die Herzen der Portugiesen gespielt. Und von da in die Herzen […]