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Poppy Ackroyd

Liminal

Poppy Ackroyd by Nikita Laganovskis

„Wunderbar.“ Die New York Times über Poppy Ackroyds Musik. Die britische Komponistin, Pianistin, Violinistin  –  seit langem Mitglied des Hidden Orchestra  –  spiele „auf Augenhöhe mit Größen wie Nils Frahm, Max Richter und Hauschka“, so das Urteil des Musikmagazins MOJO.

Jetzt ihr neues Album, live präsentiert in der wunderbaren Akustik der Christuskirche. Entstanden ist das Werk einer für Ackroyd schwierigen Zeit, die sie bewältigt, indem sie sich auf ihre beiden Instrumente besinnt und nur auf sie: Was immer zu hören ist, jeder einzelne Klang auf „Liminal“, entstammt entweder dem Klavier oder der Violine. Melodie, Harmonie, Rhythmus und Textur, alles wird aus den physischen Körpern der Instrumente selber gewonnen: von gestrichenen und gezupften Saiten bis hin zu perkussiven Elementen. Die erdende Kraft des Klaviers und der freie, schwerelose Klang der Violine: „Auf der Geige hat man die Kontrolle über die gesamte Dauer eines Tons“, sagt Ackroyd, „es fühlt sich an, als könnte man mehr ausdrücken. Ganz so, als würde man singen.“

Ihre Werke  –  das Album ist komplett in Eigenregie geschrieben, eingespielt, aufgenommen, abgemischt und produziert  – entwickelt Ackroyd auf eine für sie typische Weise: Parallel zu auskomponierten Stücken improvisiert sie auf dem Klavier und der Violine, zeichnet die Improvisationen auf und wertet sie sorgfältig aus. Dieses Vorgehen – das Durchforsten von Improvisationen auf der Suche nach kleinen, zutiefst menschlichen Momenten – war schon immer fester Bestandteil von Ackroyds Arbeitsweise; für ihr neues Album entschied sie sich jedoch dazu, einen Teil des Rohmaterials unverändert zu belassen und so den befreienden Impuls zu bewahren.

„Ich habe einige äußerst chaotische Jahre hinter mir“, sagt Ackroyd, „der einzige Weg, damit umzugehen, bestand darin, dem Chaos seinen Raum zu lassen. Das Ungeordnete und Unvollkommene annehmen – und dennoch Dinge zu Ende bringen. Diesen Ansatz habe ich auf mein musikalisches Schaffen übertragen  –  und festgestellt, dass ich mir nach wie vor die Liebe zum Detail bewahre, jetzt aber ohne den damit verbundenen Druck. Und so verliebte ich mich auf eine völlig neue Weise in das Musikmachen.“

„Liminal“ handele, sagt sie, von Transformation und Widerstandskraft. „Es stellt sich ein euphorisches Gefühl ein, wenn man etwas getan hat, wovor man Angst hatte“, so Ackroyd über sich selber: „Ich habe jetzt das Gefühl, auf eine Weise zerbrochen zu sein, die ich mir nie hätte vorstellen können – und zugleich bin ich stärker, als ich es je für möglich gehalten hätte.“

Geschaffen hat sie ihr Werk nicht im urbanen Raum, sondern in Nähe zur Natur  –  eine weitere Premiere für die Londonerin. Sie ist vor einiger Zeit aufs Land gezogen, ihr Studio grenzt nun direkt an einen Wald mit uraltem Baumbestand. Diese Umgebung durchdringt das Album auf untergründige Weise besonders in den ruhigeren Stücken, die von einer subtilen Bewegung und behutsamer Zurückhaltung getragen sind. Das Cover-Artwork zeigt eine Fotografie, die Ackroyd am Weihnachtsmorgen aus ihrem Studiofenster heraus aufgenommen hat: der Nebel vor dem Haus, der sich eingebettet hat im Tal …

Ackroyds Musik war bereits in unzähligen Dokumentarfilmen und vielen Tanzproduktionen zu hören – unter anderem beim New York City Ballet – und im Theater: Das National Theatre hat ihr „The Calm Before“ als Eröffnungsmusik für *Die Möwe* verwendet. Ackroys arbeitet eng mit Ainslie Henderson zusammen, deren Film „Shackle“ jetzt beim London International Animation Festival als „Bester britischer Film“ ausgezeichnet worden ist. 

Poppy Ackroyd

Liminal

Einlass 19 Uhr | VVK 26 / 13 € zzgl. Gebühren | Tickets direkt hier bei uns und in allen besseren VVK-Stellen bundesweit