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Textor + Renz | urban urtyp #67

Fühlt sich an wie „Nighthawks“, das Bild von Edward Hopper: menschenleeres Draußen, drinnen sitzt ein Typ vor seinem Glas, der aussieht wie Humphrey Bogart oder könnte auch Neil Young geworden sein. Der sich anhört wie Nick Drake. Und dann ein seltsam verknarzter Sound, ist das der Tresen, der so ächzt oder Marc Ribots Gitarre? „The […]

Textor + Renz by Gerald von Foris (c)

Fühlt sich an wie „Nighthawks“, das Bild von Edward Hopper: menschenleeres Draußen, drinnen sitzt ein Typ vor seinem Glas, der aussieht wie Humphrey Bogart oder könnte auch Neil Young geworden sein. Der sich anhört wie Nick Drake. Und dann ein seltsam verknarzter Sound, ist das der Tresen, der so ächzt oder Marc Ribots Gitarre? „The Days Of Never Coming Back And Never Getting Nowhere“ ist der Titel des Albums, es ist von Textor und Renz.

1 Kontrabass, 1 E-Gitarre, dazu die 2 Stimmen von denen, die Bass und Gitarre bedienen. Nicht sehr üppig, das Setting. Und dann? Scheinen die beiden, wo sie zu Hause sind, fremd zu sein und wo sie fremd sind zu Hause. Eine irritierend innige Einsamkeit, irgendwie beziehen sie sich auf Johnny Cash und auf Hank Williams. Tun dies aber auf eine eigenartig unterkühlte Weise, ziemlich treffsicher, ziemlich trocken. Seit Tom Waits war keine Lakonie so cool wie ihre.

Der Sound, den sie beispielsweise zu „Boom Clack“ machen, besteht aus „Boom“ und „Clack“. Das klingt für sich genommen nicht sehr erhellend, wenn Textor und Renz das spielen, hört man mehr, als sie je spielen könnten. Sie lassen den Tönen Zeit, sich angreifbar zu machen, dazu braucht man Mut und mehr als das: ein Gefühl fürs Timing. Zeitgefühl. Henrik von Holtum und Holger Renz spielen seit neun Jahren zusammen.

Das ist eine Menge Zeit, um auf ihrer Höhe zu bleiben. Ihr neues Album ist bei Trikont erschienen, dem Label mit der charaktervoll langen Geschichte, sie haben es dort komplett live eingespielt. Technische Perfektion kann man sich im Studio zusammen tricksen, das Livefeeling nicht. Textor übrigens ist ein Teil der legendären Hip-Hop-Helden von Kinderzimmer Productions, das mal so nebenbei. Und jetzt, wo es um die Zeit geht, DIE ZEIT, auch sie hat ein Gefühl für das entwickelt, was Textor + Renz so radikal und minimalistisch machen:

„Radikaler und minimalistischer geht Songwriting nicht. Jeder Zupf am Kontrabass verhallt für sich alleine, tiefe Noten tropfen in die endlose Weite von Stundenzwischenräumen. Blues? Vielleicht, doch der Gesang erinnert eher an Nick Cave als an Muddy Waters und die Gitarren-Slides vibrieren langsamer, als eine Träne rollen kann. Country? Aber gänzlich ohne Fransen und Ziernähte. Selbst das mantraartige Zitat ‚Rock’n’Roll is here to stay‘ zwingt niemanden zu gar nichts, diese Songs brauchen keine Genre-Heimat.“

Sie brauchen den urban urtyp Kubus.


TEXTOR + RENZ | urban urtyp #67

>> Sonntag 11. November | 19 Uhr
>> Einlass 18:30 Uhr
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