The Snow Goose, der Tod, das Leben

Camel | 30. Oktober 2013

(c) Imperial War Museum, London

Es stimmt, CAMEL kommt. Und: Sie werden Snow Goose spielen. In voller Länge. Zum ersten Mal seit 38 Jahren. Bibelleser wissen, 38 Jahre dauerte die Wüstenwanderung. 1975, das waren, bleibt man im schiefen Bild, die Fleischtöpfe Ägyptens. Hochkultur des ProgRock, Hochzeit für Synthie-Mythen und Rock-Religionen.

Und zwischen allem Bombast eine Band, so unheroisch wie ein Päckchen Camel am Kiosk. Eine, bei der man nicht das Gefühl bekam, sie wolle Religionen stiften oder Massen massenhaft erleuchten. CAMEL klang, wie es klingt, wenn jemand eine Geschichte erzählt.

Die Geschichte von CAMEL selber war denn auch keine des Mega-Erfolgs, sie haben das Album eingespielt, das vielen als das Album der Prog-Ära gilt, danach haben sie alle Fleischtöpfe umkurvt und sind durch die Wüsten der Musik gezogen.

Peter Bardens starb 2002 an Krebs, Andrew Latimer sprang dem Tod von der Schippe, und das alles  –  The Snow Goose, der Tod, das Leben und eine Musik, die Geschichten erzählt  –  hat etwas mit einem Akkordeon zu tun. Ein britischer Soldat hat es 1940 am Strand von Dünkirchen gespielt.

Alexander Graham King hieß der Mann. 1940 hatten die Deutschen Frankreich überrollt, Dünkirchen war der letzte freie Hafen, um Hunderttausende britischer und französischer Soldaten zu evakuieren. Es gelang, weil die Briten alles, was wie ein Boot aussah, über den Kanal gerudert hatten, 340.000 Soldaten entkamen dem deutschen Dauerbobardement.

Und kamen 1944 zurück: Es war die Generation der Eltern von Bardens und Latimer, die es geschafft hat, dass man überall in Europa Musik hören kann wie die von CAMEL. Und den Beatles und den Jazz, den Punk, das ganze ungermanische Programm.

Alexander Graham King jedenfalls, das ist eine der Geschichten, die erzählt werden wollen, saß im Mai 1940 am Strand von Dünkirchen und spielte sein Akkordeon und sah die Schiffe kommen und gehen und stieg in keines, weil er spielen wollte und spielen. Die deutsche Luftwaffe flog Angriffe, die Nazis waren auf der Höhe ihrer Macht, Mr. King aber pflegte, Akkordeon zu spielen. Er spielte es auch, als er zurückkam, um Europa zu befreien.

The Snow Goose erzählt eine ähnliche Geschichte, die ist hier auf unserer Seite erzählt, hier der Hinweis: Es gibt Tickets für das Konzert, der VVK hat begonnen, es wird zügig ausverkauft sein.

>> Mittwoch, 30. Oktober, 20 Uhr
>> VVK 39,70
>> Tickets hier // Update_1: Konzert ist ausverkauft!

>> Mehr Infos über “The Snow Goose”, eine Erzählung von Paul Gallico