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Jochen Gerz

“Europa ein Versprechen geben”

Jochen Gerz 2010 in der Christuskirche zusammen mit Joel Epalle vom VfL Bochum

2009, als es noch keinen Platz des europäischen Versprechens gab, wohl aber ein paar Tausend Menschen, die einem Platz, den es nicht gab, ihren Namen gegeben haben, sagte Jochen Gerz: 

„Wer meint, das Thema dieses Platzes sei eine Garantie dafür, dass man ihn leicht verstehen könne, der irrt. Europa führt in uns eine eigenartig unwirkliche Existenz, ein Schattendasein. (…) Wir sind dafür, dass es keinen Krieg mehr gibt in Europa, wir sind bereit für eine gemeinsame demokratische Zukunft. Doch je mehr die Kriege und Genozide Geschichte werden, um so weniger sind wir motiviert, den Preis für eine reale, unbequeme europäische Integration zu zahlen. Wir bleiben lieber im Niemandsland…“

Wo liegt Europa? Gibt es einen Ort in unserem Herzen, der diesen Namen trägt? Das war die Frage, vor die uns Jochen Gerz gestellt hat. 1940 in Berlin geboren, hatte er 40 Jahre über in Frankreich gelebt, heute lebt er in Irland. Lehraufträge an mehr als 60 Universitäten weltweit, Mitglied der Akademie der Künste, Berlin, Träger des Ordre National du Mérite, Paris. 

Mit seinen Arbeiten im öffentlichen Raum hat Gerz das Rollenmuster von Künstler und Betrachter radikal verändert, er sagt:

„Eine Gesellschaft von Zuschauern ist der Tod der Kunst.“

Und wäre, was sehr viel schlimmer, der Tod von Demokratie:

„In der Demokratie ist es eigentlich undenkbar, dass wir eine Kultur haben, die uns zu Betrachtern macht.“

Sein Atelier, so Gerz, sei der Raum, der allen gehört, der städtische, der europäische, der öffentliche Raum. 500 Millionen Menschen leben in der Europäischen Union: Ist es vorstellbar, alle ihre Stimmen zu hören? In Bochum hat Gerz  –  von Stadt und Christuskirche beauftragt  –  den Platz des europäischen Versprechens realisiert: ein Platz, der den Versprechen gewidmet ist, die 14.726 Menschen an Europa gegeben haben. Der Platz ist ein Beginn.

Das Gespräch mit Jochen Gerz wird auf eben diesem Platz stattfinden, auf dem wir für drei Tage ein „Europa-Café“ einrichten. Es wird kein Podium werden und kein Vortrag, sondern eine dialogische Form gewinnen: offen für alle, die bereit sind, europäisch zu denken.

An dem Gespräch mit Jochen Gerz teilnehmen werden Jens Dirksen, Kulturchef der WAZ, sowie der Direktor des Bochumer Kunstmuseums, Dr. Hans Günter Golinski.

 


DIE STADT DES EUROPÄISCHEN VERSPRECHENS
Jochen Gerz im Café Europa

» Donnerstag 09. Mai | 17:00 Uhr
» Achtung: Beginn auf 17 Uhr vorverlegt! (Im gedruckten Programm steht 19 Uhr.)
» Eintritt frei

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Jochen Gerz

“Europa ein Versprechen geben”

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