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René Kollo | 80

„Sie sind der Tenor, auf den ich 40 Jahre lang gewartet habe.“ Wer hat das über wen gesagt? Herbert von Karajan über Renè Kollo. Den Namen eignet Weltruhm, René Kollo war über Jahre, nein: Jahrzehnte hinweg der Heldentenor schlechthin. Karajan hat ihn verehrt, Pierre Boulez, Carlos Kleiber, Georg Solti, alle, die Rang und Namen besaßen […]

Renè kollo | hgm press (c)

„Sie sind der Tenor, auf den ich 40 Jahre lang gewartet habe.“ Wer hat das über wen gesagt? Herbert von Karajan über Renè Kollo. Den Namen eignet Weltruhm, René Kollo war über Jahre, nein: Jahrzehnte hinweg der Heldentenor schlechthin. Karajan hat ihn verehrt, Pierre Boulez, Carlos Kleiber, Georg Solti, alle, die Rang und Namen besaßen und einen Tenor suchten, der es mit ihnen aufnimmt. Kollo nahm. Und nahm es allen übel, wie namhaft auch immer, die Oper zur Masche degradierten, zur Pose, zur „Optik-Mache“, wie er, selber gut aussehend, sich einmal empörte.

Denn wie kein anderer hat Kollo gewusst und es aller Welt vorgeführt, wie eng und piefig Genre-Grenzen sind, Kollo war nie die Stimme einer Kleingartenkolonie: Seine klassischen Gesangsstunden hat er sich, als er jung war, selber finanziert, er hat Schlager gesungen und einen grandiosen Hit gelandet, diesen hier:

 

 

Und? Käme jemand darauf, dass diese jungenhaft verspielte Stimme die des „Parsifals“ sein könnte? War sie, ist sie auch im hohen Alter noch, die Stimme aller „Helden“ auf den Operbühnen der Welt, aber dass sie es ist, liegt daran, dass Renè Kollo jede Bühne besingen konnte, ein ZDF-Fernsehstudio genauso wie den Hügel in Bayreuth. Und hat es nicht abfällig getan oder beiläufig, weder das eine noch das andere hat er mit falschem Pathos gepimpt, wo und was immer er gesungen hat, René Kollo sang unprätentiös. Das Wort trifft es am besten, Kollo hat ein neues Rollenmodell vorgelebt: die unprätentiöse Diva.

Vermutlich muss man in Berlin geboren und aufgewachsen sein, um so etwas zu können, diesen selbstverständlichen Wechsel von einem Kleingarten zum anderen und wieder zurück. Schöne Blumen überall, verführerische Melodien, große Gefühle. Und jetzt: ein großer Applaus, ein dankbarer, ehrfurchtsvoll, Renè Kollo wird 80.

Verbeugung! Und was macht er? Sämtliche Feuilletoins dieser Republik stehen Schlange, um zu gratulieren, er selber geht lieber singen. Lädt zum Liederabend, singt sich mit Liebe und Andacht durch sein Repertoire, ein unermessliches, erzählt Geschichten dazu und Erinnerungen, amüsiert sich und wird ernst, singt sein Leben in Operette und Choral, singt Werke seines Vaters  –  René Kollo stammt aus einer altehrwürdigen Familie der Unterhaltung, sein Großvater Walter Kollo etwa hat so grandiose Songs geschrieben wie Die Männer sind alle Verbrecher, zusammen mit Paul Lincke und Jean Gilbert hat Walter Kollo das mondäne Berlin komponiert, von dem das Arm-aber-sexy-Berlin sich noch heute ernährt   –  René Kollo also unterhält uns mit Songs seines Großvaters, mit seiner großen Stimme, ein paar kleinen Geschichten aus dem Betrieb, einigen großen aus seinem Leben, singt „Jesus bleibet meine Freude“ und „Auf der Heide blühn die letzten Rosen“, und, ja, es passt, es gehört zusammen, es ist die eine Stimme,

herzlichen Glückwunsch, René Kollo!


 

RENÉ KOLLO | LIEDERABEND

>> Donnerstag 22. Februar 2018 | 20 Uhr
>> Einlass 19 Uhr
>> VVK 45,00€ zzgl. Gebühren nur bei eventim, Endpreis dort ist 55,35€ 

 

René Kollo | 80

„Sie sind der Tenor, auf den ich 40 Jahre lang gewartet habe.“ Wer hat das über wen gesagt? Herbert von Karajan über Renè Kollo. Den Namen eignet Weltruhm, René Kollo war über Jahre, nein: Jahrzehnte hinweg der Heldentenor schlechthin. Karajan hat ihn verehrt, Pierre Boulez, Carlos Kleiber, Georg Solti, alle, die Rang und Namen besaßen […]