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Chorwerk Ruhr

Bachs Erinnerungen

ChorWerk Ruhr by Pedro Malinowski

Vokal- und Instrumentalmusik von Orlando di Lasso, Moritz Landgraf von Hessen, Michael Praetorius, Jacobus Gallus, Giovanni Gabrieli, Johann Sebastian Bach sowie von Dieter Schnebel und Martin Wistinghausen

CAPELLA DE LA TORRE
Leitung und Schalmei: KATHARINA BÄUML

CHORWERK RUHR
Dirigent: FLORIAN HELGATH


In diesem Konzertprojekt geht es darum, neben der Musik Johann Sebastian Bachs Musik diejenige Vokalmusik in den Mittelpunkt zu stellen, die Bach auf seine persönliche „Playlist“ sortiert hätte, eine musikalische Erinnerung, eine Tradition, mit der Bach umging. Die Playlist seiner eigenen Zeit: das „Florilegium Portense“, eine Motetten-Sammlung, meist 8-stimmig-doppelchörig von der protestantischen Eliteschule „Schulpforta“ bei Naumburg, Anfang des 17. Jahrhunderts vom dortigen Kantor Erhard Bodenschatz zusammengestellt und 1618 in Druck gegeben. Die Sammlung dient auch Bach dazu, seine Sängerknaben an der Leipziger Thomasschule auszubilden, sie war das „Ars musica“ oder das „Chor aktuell“ seiner Zeit: 115 Motetten meist deutscher Kantoren, daneben aber auch Werke italienischer Komponisten wie Andrea und Giovanni Gabrieli und weiterer Vertreter der klassischen Vokalpolyphonie.

Für eine protestantische Sammlung sind interessanterweise sehr viele katholische Komponisten der nach-tridentinischen Ära darin vertreten, zum Beispiel Orlando di Lasso. Zudem sind die Texte, oft Psalmen, vorwiegend lateinisch gehalten, da sie sich mit dem Lateinunterricht der Schule verbinden sollten. Ein Werk-Kanon des Spätrenaissance und des Frühbarock entstand so, der in diesem Konzert repräsentativ abgebildet werden soll, zudem angereicht durch die historischen Instrumente des Spezial-Ensembles Capella de la Torre, die die Motteten mit tänzerischen Instrumentalsätzen des Früh- und Hochbarock durchsetzen werden.

Eröffnet wird das Konzert jedoch mit einem Höhepunkt Bachscher Kontrapunktik selbst, der ersten Fuge (Contrapunctus I) aus Bachs instrumentaler „Kunst der Fuge“,  die instrumentalen Originaltöne Bachs jetzt auf einzelne Vokalstimmen übertragen. Ton für Ton wandert so Bachs Fugengeflecht durch den Raum … 

Als Kontrast, darum als Dialog wird ein Werk des zeitgenössischen Düsseldorfer Komponisten Martin Wistinghausen, geboren 1979, in das Klanggeschehen „eingreifen“. Wistinghausen, ausgebildeter Sänger, der sich der Renaissance- und Barockmusik sehr verbunden weiß, ist selbst Mitglied im CHORWERK RUHR. In seinem Neuen Werk für Chor und Orchester wird er sich zudem der historischen Instrumente bedienen, dabei jedoch in einen „kreativen Dialog“ mit den Instrumentalisten eintreten. Auf alten Instrumenten Neues auszuprobieren, das jedoch „machbar“ ist, ist eines seiner Ziele. Zugleich werden von ihm poetische Texte des 17. und 18. Jahrhunderts in den Mittelpunkt gestellt, die mit ihren „urmenschlichen Themen – Liebe, Krankheit, Tod“ und in ihrer Objektivität „uns auch heute noch berühren“.

Ein musikhistorisch vielfältig vernetzter Konzertabend mit 

Capella de la Torre

einem der weltweit führenden Ensembles für Bläsermusik der frühen Neuzeit. 2005 von der Oboistin und Schalmei-Spezialistin Katharina Bäuml in Berlin gegründet, hat sich die Capella in unzähligen Konzerten ihren grandiosen Ruf erspielt, dazu kommen bislang 32 CD- Einspielungen sowie eine Vielzahl von Live-Mitschnitten. Und diverse Ehrungen:

2016 wurde Capella als „Ensemble des Jahres“ mit dem ECHO Klassik geehrt, 2017 kam ein weiterer ECHO Klassik für die CD “Da Pacem – Echo der Reformation” hinzu, aifgenommen zusammen mit dem RIAS Kammerchor. 2018 erhielt Capella de la Torre den ersten OPUS Klassik (Nachfolgepreis des ECHO) für die Aufnahme “Serata Venexiana”.

Um die Musik vergangener Jahrhunderte  –  hier vor alles des 14.-17.Jahrhunderts  –  für heutige Ohren lebendig werden zu lassen, finden aktuelle historische und musikwissenschaftliche Erkenntnisse ständig Eingang in die Programme von Capella de la Torre. Dazu gehört besonders die Arbeit mit Quellen und Originaltexten. Ein besonderes Anliegen des Ensembles ist die Arbeit mit einem jungen Publikum, die Capella ist in einer Vielzahl von Vermittlungsprojekten engagiert.

Der Name „de la Torre“ ist auf zweierlei Weise zu verstehen: Anfang des 16. Jahrhunderts komponierte der Spanier Francisco de la Torre das wohl berühmteste Stück für eine Bläserbesetzung, seine „Danza Alta“. Neben dieser Hommage an den Komponisten ist der Name aber auch ganz wörtlich zu verstehen: „De la Torre“ bedeutet übersetzt „vom Turm herab“; Bläsergruppen musizierten seinerzeit bei den verschiedensten Gelegenheiten auf Türmen oder Balkonen. Was auch auf dem Turm der Christuskirche möglich wäre, aber … wenn man die phänomenale Akustik des Kirchenschiffs nutzen kann, kommt die Capella natürlich de la Torre. 

Chorwerk Ruhr

zählt zu den bedeutendsten Kammerchören im deutschsprachigen Raum. Die außerordentliche Qualität des 1999 Vokalensembles ist es, den speziellen Anforderungen solistischer Besetzungen ebenso gerecht zu werden wie eine perfekte Verschmelzung des Ensembles im Chorklang zu erreichen.

Im November 2011 hat der mehrfach ausgezeichnete Dirigent Florian Helgath die Künstlerische Leitung übernommen. Er sieht einen Schwerpunkt seiner Arbeit darin, neue Chormusik in Bezug auf traditionelle Musikformen zu beleuchten und somit für den Zuhörer vor dem Hintergrund der reichen Musikgeschichte neu wirken zu lassen. Mit dem erstklassigen Ensemble setzt er Chormusik auf höchstem Niveau um.

Chorwerk Ruhr hat sich als eines der hochwertigen künstlerischen Markenzeichen der Metropolregion Ruhr und als einer der Spitzenchöre Deutschland etabliert. Seit der Gründung fanden Konzerte mit Musik aus allen Epochen bis zur Gegenwart statt in Zusammenarbeit mit namhaften Dirigenten wie Sir George Benjamin, Frieder Bernius, Sylvain Cambreling, Reinhard Goebel, Robin Gritton, Rupert Huber, Susanna Mälkki, Kent Nagano, Peter Neumann, Emilio Pomàrico, Peter Rundel, Marcus Stenz, Bruno Weil und Hans Zender.

In Konzerten mit renommierten Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, Concerto Köln, Ensemble Resonanz, l’arte dell mondo, dem Ensemble Musikfabrik, dem Schönberg Ensemble Amsterdam, dem Ensemble Modern, der Jungen Deutschen Philharmonie, den Bochumer Symphonikern, dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks begeistert Chorwerk Ruhr immer wieder sein Publikum und erntet herausragende Kritiken.

Die Zusammenarbeit mit der Christuskirche Bochum dauert seit nunmehr zwei Jahrzehnten an. Die hervorragende Akustik des Oesterlen-Baus entfaltet das Niveau des Chores, die Bilderlosigkeit des Raumes stellt sich in den Dienst des Hörens.


Dieses Konzert in der Christuskirche verdankt sich einer Kooperation von Chorwerk Ruhr, Christuskirche Bochum und dem Kulturbüro der Stadt Bochum. 

Chorwerk Ruhr

Bachs Erinnerungen

Einlass 19 Uhr | VVK 28 / 14 € zzgl. Gebühren | Tickets direkt hier bei uns und in allen besseren VVK-Stellen bundesweit