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Emma Ruth Rundle

Special Guest: Jo Quail

Der Abend wurde vom 19. Februar 2022 auf diesen Termin verlegt. TIckets behalten Ihre Gültigkeit.
Emma Ruth Rundle by Mason Rose

Düster, ja. Und ungemein tröstlich. Eine Stimme, die sich wie ein sanfter Schatten über die Augen legt, mit denen man die Welt betrachtet. Sie hat eine Art, jedes Wort so sprechzusingen, es ganz für sich selber in die Welt zu schicken, dass einen der Klang des Wortes wie eine dunkle warme Welle trifft, und so wird es sein, wenn sie sich ans Grand Piano setzt und zu singen beginnt.

Ein Balanceakt zwischen Traum und Trost, auf der einen Seite lockt die Depression, auf der anderen die Sanftmut, sie spricht und singt und tänzelt sich hindurch.

Emma Ruth Rundle war schon immer vielseitig, und es ist interessant festzustellen, dass sie jetzt zu dem Instrument zurückkehrt, das sie von ihrem Vater, einem Pianisten, zu spielen gelernt hat, dem Klavier. Dem Instrument, das wie kein anderes einen unfassbar tröstlichen Klang freisetzen kann.

Da muss die Stimme schon mithalten können, die von Emma Ruth Rundle kann es. Und dass sie es kann, ist nicht nur Gnade oder Geschenk, in einer Stimme drückt sich aus, was einem im Leben widerfahren ist. Ihres war so:

Tochter zweier Musiker, verbrachte schon mit acht, neun Jahren sehr viel Zeit im legendären McCabe’s Guitar Shop in Santa Monica. Auf der Bühne im Nebenraum traten die Legenden auf und ab, von Joni Mitchell bis Tom Waits und Henry Rollins.

Ihr erstes Instrument war eine Keltische Harfe, dann ihre erste Gitarre, eine Fender Mustang, da war sie 13 Jahre alt. Wenige Jahre später war sie im McCabe’s Guitar Shop angestellt, ein besserer Gitarrenunterricht ist nicht denkbar. Folk sei ihre Basis, sagt sie von sich, von dort aus bricht sie immer wieder aus in alle Richtungen, ihre Liebe gilt Mazzy Star ebenso Smashing Pumpkins bis rüber zu Nirvana.  

2011 erschien Electric Guitar One, ihr erstes Werk, es wurde wenig beachtet, ist aber bis heute ihr ästhetisches Zuhause, weil keiner Gattung zuzuordnen. Some Heavy Ocean  aus 2014 tendierte eher zum folkbasierten Singer-Songwritertum, neben ihr umwerfend geschmeidiges Gitarrenspiel tritt ihre Stimme hinzu. Die sich jetzt wieder mit dem Piano vereint, dem Instrument, das sie in ihren frühen Zwanzigern zurück gelassen hat.

Engine of Hell heißt ihr neues Album, der Titel trifft es so gar nicht, die Musik lebt aus einer Intimität heraus, als erzählte sie einem ihre Geschichte ins Ohr. Aufs Wesentliche reduziert, gewinnt jede Note ihren eigenen Raum, jedes Wort seine eigene Bedeutung.

Von diesen Konzerten  –  Emma Ruth Rundle am Grand Piano  –  gibt es lediglich vier in Deutschland, eines davon bei uns. Ihr Special guest:

Jo Quail

E-Cellistin und Komponistin aus London, die ua mit Anna van Hausswolff zusammenarbeitet, mit Amenra (im Dezember bei uns!) und Winterfylleth, Soricah und Myrkur, mit Caspian und Poppy Ackroyd, mit klassischen Orchestern und Chören, sie sagt: 

“Ich habe das Privileg, sehr aufgeschlossene Musikfans zu haben, die sich für Klassik, Post Rock, Post & Black Metal, Gothic, Electronica und alternative Musik interessieren.” 

Das Zitat stammt aus einem sehr schönen Interview, das Danielle de Picciotto für Kaput – Magazin für Insolvenz und Pop mit ihr geführt hat. Dort auch diese Passage, in der deutlich wird, wie Jo Quail Elektronik und Cello kompositorisch zusammendenkt:

“In den meisten meiner Konzerte spiele ich als Solistin, und ich mache meine Musik mit meiner BOSS RC300 Loop Station und dem GT100 FX Board. Ich bevorzuge es jedoch, diese zwei erstaunlichen Pedale als Teil meines Setups zu sehen, so wie mein Bogen und meine Saiten es sind, nicht als ein Medium, das meine Musik definiert. Ich bin mir nicht sicher, ob ich hier wirklich Erfolg habe, aber das ist meine Absicht. Ich versuche, mit meiner Technologie Grenzen zu durchbrechen, und ich mache keine Loops ohne Grund. Ich stelle sicher, dass jede Note und jeder Satz Sinn und Richtung hat. Ich bin der festen Überzeugung, dass meine Kompositionen unabhängig davon, was geloopt wurde oder nicht, eigenständig stehen müssen, und ich versuche, die Looping-Funktion in einem seriellen Kontext zu verwenden. Da ich nicht singe (zumindest nicht auf der Bühne – ich mache eine Menge zu Hause mit meiner 6-jährigen Tochter und ihren Freundinnen) kann ich mich nicht auf den üblichen Vers und Refrain Kontext verlassen, also muss ich fähig sein, meine Kompositionen auf eine natürliche und sinnvolle Weise zu entwickeln, in der zB Harmonie oder Rhythmus erweitert werden, oder ein sich langsam öffnendes Motiv zu einer Basslinie die Hauptmelodie wird. Wenn etwas geloopt wird, ist es immer mit einem Gedanken verbunden, nicht einfach nur so.”

Verlegt

Emma Ruth Rundle

Special Guest: Jo Quail

Der Abend wurde vom 19. Februar 2022 auf diesen Termin verlegt. TIckets behalten Ihre Gültigkeit.

Einlass 18:30 Uhr | VVK 28,80 € | Tickets leider nicht bei uns