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Emma Ruth Rundle

Solo mit Grand Piano

Emma Ruth Rundle by Mason Rose

Düster, ja. Und ungemein tröstlich. Eine Stimme, die sich wie ein sanfter Schatten über die Augen legt, mit denen man die Welt betrachtet. Sie hat eine Art, jedes Wort so sprechzusingen, es ganz für sich selber in die Welt zu schicken, dass einen der Klang des Wortes wie eine dunkle warme Welle trifft, und so wird es sein, wenn sie sich ans Grand Piano setzt und zu singen beginnt.

Ein Balanceakt zwischen Traum und Trost, auf der einen Seite lockt die Depression, auf der anderen die Sanftmut, sie spricht und singt und tänzelt sich hindurch.

Emma Ruth Rundle war schon immer vielseitig, und es ist interessant festzustellen, dass sie jetzt zu dem Instrument zurückkehrt, das sie von ihrem Vater, einem Pianisten, zu spielen gelernt hat, dem Klavier. Dem Instrument, das wie kein anderes einen unfassbar tröstlichen Klang freisetzen kann.

Da muss die Stimme schon mithalten können, die von Emma Ruth Rundle kann es. Und dass sie es kann, ist nicht nur Gnade oder Geschenk, in einer Stimme drückt sich aus, was einem im Leben widerfahren ist. Ihres war so:

Tochter zweier Musiker, verbrachte schon mit acht, neun Jahren sehr viel Zeit im legendären McCabe’s Guitar Shop in Santa Monica. Auf der Bühne im Nebenraum traten die Legenden auf und ab, von Joni Mitchell bis Tom Waits und Henry Rollins.

Ihr erstes Instrument war eine Keltische Harfe, dann ihre erste Gitarre, eine Fender Mustang, da war sie 13 Jahre alt. Wenige Jahre später war sie im McCabe’s Guitar Shop angestellt, ein besserer Gitarrenunterricht ist nicht denkbar. Folk sei ihre Basis, sagt sie von sich, von dort aus bricht sie immer wieder aus in alle Richtungen, ihre Liebe gilt Mazzy Star ebenso Smashing Pumpkins bis rüber zu Nirvana.  

2011 erschien Electric Guitar One, ihr erstes Werk, es wurde wenig beachtet, ist aber bis heute ihr ästhetisches Zuhause, weil keiner Gattung zuzuordnen. Some Heavy Ocean  aus 2014 tendierte eher zum folkbasierten Singer-Songwritertum, neben ihr umwerfend geschmeidiges Gitarrenspiel tritt ihre Stimme hinzu. Die sich jetzt wieder mit dem Piano vereint, dem Instrument, das sie in ihren frühen Zwanzigern zurück gelassen hat.

Engine of Hell heißt ihr neues Album, der Titel trifft es so gar nicht, die Musik lebt aus einer Intimität heraus, als erzählte sie einem ihre Geschichte ins Ohr. Aufs Wesentliche reduziert, gewinnt jede Note ihren eigenen Raum, jedes Wort seine eigene Bedeutung.

Von diesen Konzerten  –  Emma Ruth Rundle allein am Grand Piano  –  gibt es lediglich vier, eines davon bei uns.